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Bananen und Papayas in Schnee und Eis


Bei bestem Winterwetter machten sich am Samstag, 28.01.2017, mehr als vierzig Reiselustige mit dem Bus auf den Weg in den hohen Norden des Landkreises – nach Tettau. Dort gab es genauso viel Schnee wie bei uns und kalt war es auch. Doch das störte die Reiseteilnehmer nicht, stand doch bei minus 9° Außentemperatur und strahlendem Sonnenschein ein Besuch im Tropenhaus auf dem Programm. Drinnen Bananen und Papayas an den Bäumen und Sträuchern, draußen vor der Glasfassade Schnee und Eis – kaum vorstellbar. Doch in Tettau ist das möglich, produzieren doch die Glashütten (hier die Firma C. A. Heinz) soviel Abwärme, dass man damit das Tropenhaus heizen kann. So wachsen und blühen auch im Winter viele verschiedene tropische Pflanzen. Im angrenzenden Produktionshaus werden extra Pflanzen gezüchtet, um die Früchte auch das ganze Jahr ernten zu können. Außerdem werden erfolgreich wohlschmeckende Buntbarsche gezüchtet, die unter anderem an das Restaurant von Sternekoch Alexander Herrmann verkauft werden. Unter fachkundiger Führung von Anja und Hans erfuhren wir viel über die Idee, die Entstehungsgeschichte, den laufenden Betrieb und die künftigen Pläne für das Tropenhaus. Anschließend konnten wir auch ganz biologisch angebaute Papayas, Chili in allen Schärfen und Fisch (geräuchert und gefroren) kaufen.IMG_0986_p

 

 

 

 

 

 

 

Bananenstaude mit Blüte

 

Nach einer mittäglichen Einkehr im Glascafe bei Kaffee und Kuchen, Brotzeit oder Bratwürsten warteten schon ehemalige Glasmacher auf uns, um uns im Glasmuseum von der Geschichte der Glasindustrie im Tettauer Winkel zu berichten. Das Glasmuseum ist in den Gebäuden der Fa. C. A. Heinz untergebracht und zeigt die Entwicklung der Glasindustrie vom Mittelalter bis heute auf. Am Standort in Tettau produziert die Fa. C. A. Heinz seit 1672 (!) Glas und ist damit eines der ältesten, noch familiengeführten Unternehmen Deutschlands. Hergestellt werden heutzutage ausschließlich Flakons für die Parfüm- und Kosmetikindustrie. Dabei werden in  mehreren Glaswannen unvorstellbare Mengen produziert – in Tettau können bei Vollauslastung an einem Tag 1 Million Flakons hergestellt werden. Produziert werden nicht nur die Fläschchen in allen erdenklichen Formen, sie werden auch vor Ort mit den unterschiedlichsten Designs und Materialien kreativ und kunstvoll veredelt. Teil der interessanten Führung war auch ein kurzer Besuch in der Produktionshalle, wo das bis zu 1.200° heiße Glas in die Formen gegossen wird. Hier stehen die Arbeiter bei einer Raumtemperatur von 59° fast acht Stunden am Tag an ihren Maschinen!

IMG_0996_pVorführung am sogenannten Halbautomaten

Nach dieser beeindruckenden Führung folgte noch eine Zugabe. Der frühere Tettauer Feuerwehrkommandant Manfred Suffa zeigte einen Diavortrag über die Situation an der Grenze zur ehemaligen DDR, die den Tettauer Winkel jahrzehntelang umgab. Das gab Anlass für Erinnerungen und viele interessante Gespräche! Auf dem Heimweg kehrten wir zu einem leckeren Abendessen im Gasthof Fillweber im Neukenroth ein. Und alle waren der Meinung:  Warum in die Ferne schweifen… – auch bei uns in der Nähe gibt es tolle Ausflugsziele!
Besonderer Dank geht an Katja und Jörg, die die Ausflugsidee begeistert aufgegriffen und als Ortskundige den Tagesablauf perfekt mit organisiert haben.

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